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Sagen wir es, wie es ist: Elgsnes hat uns längst eiskalt verzaubert. Diese gigantische Kulisse, die herrliche Einsamkeit ohne jedes mühsame „Ferienanlagen-Feeling“ – es hat schon seinen Grund, warum wir bereits zum dritten Mal hier gelandet sind. Und ganz sicher nicht zum letzten Mal! Nach mittlerweile 26 Jahren Norwegen-Erfahrung könnte man meinen, die Luft sei raus. Aber Pustekuchen: Dieses Land fasziniert uns heute noch genauso wie beim allerersten Mal.

Unsere Reiseroute ist seit Jahren quasi in Stein gemeißelt. Große Überraschungen brauchten wir unterwegs eigentlich nicht – außer vielleicht bei der Automobiltechnik. Früher war alles einfacher! Je mehr Fahrassistenten, Pieper und Schnickschnack in den modernen Karren verbaut sind, desto mehr Zeug kann unterwegs halt auch den Geist aufgeben. Da wir über die Jahre aber natürlich keineswegs älter, sondern lediglich wesentlich komfortbewusster geworden sind, gings wieder tiefenentspannt mit der Fähre von Kiel nach Göteborg.

Unsere 8-Mann-Truppe war voll motiviert – inklusive Uwe, den der unheilbare Nordnorwegen-Virus spätestens seit letztem Jahr fest im Griff hat. Gut ausgeschlafen rollten wir um 9 Uhr morgens vom Schiff und starteten die lange Fahrt gen Norden. Diesmal wählten wir die Route durch Norwegen. Man muss echt sagen: Auf der E6 hat sich ordentlich was getan, der Verkehr fließt geschmeidig wie nie. Das Einzige, was auf dieser Strecke etwas schmerzt, ist die Maut, die sich feierlich oben auf das Urlaubsbudget obendrauf rechnet. Aber hey: Was tut man nicht alles für die Traumfische?

Nach flotten 1.704 Kilometern und rund 28 Stunden Fahrt standen wir endlich am Ziel!

Es folgte das bewährte Ritual: blitzschnelle Einweisung von Thore, Plopp – erstes kühles Bier auf – und Ruckzuck war das Auto leergeräumt. Das Wetter meinte es viiiiell zu gut mit uns: Sonne pur und plötzlich kochende Temperaturen. Da niemand kurze Hosen eingepackt hatte, musste kurzerhand meine Schlafanzughose als luftiges Sommer-Outfit herhalten. Modisch gewagt, aber funktional!

Bevor es ans Eingemachte ging, folgte das obligatorische Anangeln direkt vor der Haustür. Schauen, was Gott Neptun uns so zum Abendbrot kredenzte. Das Ergebnis: Die ersten feinen Dorsche wanderten blitzschnell an Bord – das Abendessen war gesichert!

Trotz der Marathon-Anreise dachte bei dieser Traumkulisse niemand ans Schlafen. Erst kurz vor Mitternacht schickte uns der Sandmann endgültig in den Knockout.

Die Dorsche beißen, aber die Rotbarsche streiken

Am ersten echten Angeltag klopften wir direkt die bekannten Hotspots ab. Und siehe da: Es dauerte nicht lange, da flogen auf beiden Booten die ersten strammen Dorsche über die Bordwand. Bei bestem (wenn auch nicht mehr ganz so tropischem) Wetter waren alle rundum glücklich.

An den Folgetagen zeigte sich Norwegen von seiner klassischen Seite: etwas frischer, etwas windiger und mit Fischen, die scheinbar spontan Appetitlosigkeit vortäuschten. Doch echte Nordland-Veteranen lässt das kalt. Wir konnten jeden Tag rausfahren und füllten unsere Fischkisten langsam, aber stetig.

Eigentlich lag unser Hauptaugenmerk dieses Jahr auf der Mission Rotbarsch. In den Vorjahren eine absolut sichere Bank – diesmal ein absoluter Rohrkrepierer!

Als das Meer endlich spiegelglatt vor uns lag, sausten unsere Paternoster blitzschnell in die dunkle Tiefe. Es dauerte auch nicht lange und es verrieten sich die ersten zaghaften Zupfer an der Rutenspitze. Aber das war’s dann auch schon! Wir packten die gesamte Trickkiste aus, probierten alles – doch die roten Gesellen hatten das Maul schlichtweg zugenagelt. Ausbeute an Tag 1: mickrig.

Neuer Tag, neues Glück! Wetter top, Strömung perfekt, Tide passte wie gemalt. Ergebnis? Wieder nur ewiges Nuckeln am Köder, ohne dass wirklich etwas hängenblieb. Die Rotbarsche hatten dieses Jahr offensichtlich Betriebsstreik ausgerufen. Dafür gab es ja auch noch andere Meeresbewohner.

Abendbrot fällt aus – Heiko hat ein Date mit dem Giganten!

Da die Roten uns stur die kalte Schulter zeigten, stiegen wir an Tag 4 wieder voll auf Dorsche und Heilbutt um. Unser Sohni machte auch gleich Nägel mit Köpfen und legte die erste feine Plattfisch-Aktie auf die Planken.

Kurz vor Feierabend knallte es dann auf dem zweiten Boot. Über Funk kam die legendäre Durchsage: „Abendbrot fällt heute aus!“

Was war passiert? Heiko hatte die Mutter aller Fische gehakt – ein echtes U-Boot und sein persönlicher Heilbutt-Rekord von vor fünf Jahren schien plötzlich zum Greifen nah! Der Drill dauerte bereits eine Dreiviertelstunde, das Material glühte. Als das Monster endlich an der Oberfläche auftauchte, war klar: Ein normales Landen am Boot war bei dem Wellengang und der Hakenposition viel zu gefährlich für Mensch und Fisch.

Kurzerhand wurde der Fisch vorsichtig gesichert und die 10-minütige Schleichfahrt in den ruhigen Hafen angetreten. Dort konnten wir den Giganten völlig schonend und ohne Verletzungen vom Haken befreien. Ein kurzer Messband-Check raubte allen den Atem: Rund 180 cm Länge und geschätzte 80 Kilo Kampfgewicht!

Langsam und majestätisch verabschiedete sich der Felsen in die Tiefe. Was für ein Erhabener Moment! Wir waren alle heilfroh, dass der Fisch diese Prozedur dank des sanften Schleppens bestens überstanden hatte.

Die restlichen Tage brachten uns noch viele schöne Fische, glückliche Gesichter und unzählige Lacher. Viel zu schnell verging die Zeit wie im Fluge. Aber wie heißt es unter Norwegen-Anglern so schön? Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub! Die nächste Reise nach Vandve Kystferie ist gedanklich schon im Anflug.

Nach 12 Tagen ist unser 8-Mann-Trupp wieder gesund, munter und voller unvergesslicher Erinnerungen zu Hause angekommen. Elgsnes 2026 – du warst ein absoluter Traum!

unser Haus im Hintergrund.

unser kleiner Bootshafen. Und auch nicht zu vergessen ist unser super Strand, den ich auch gleich mal getestet habe.

Elgsnes wird uns sicherlich noch einmal sehen.


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