Hamneidet

Reisebericht Hamneidet

Seit 5 Tagen bin ich wieder in der Heimat und habe bis heute noch nicht die Eindrücke von Hamneidet verarbeitet.
Noch kämpfe ich mit der Müdigkeit und den Erinnerungen…

Gruppenbild

Sonntag, den 03.06.2007 starteten 16 Norgefans Richtung Norden.
Die Planung für diese Reise lief schon über ein Jahr. Wie immer nahm ich das Zepter in die Hand. Viele Beiträge wurden gelesen und Seekarten studiert. Und dann war es soweit! Was bis dahin noch niemand erahnte, dieses sollte ein Angeln der Superlative werden. Die Tour ging von Königs-Wusterhausen nach Rostock. Schnell einschecken und ’ne Mütze Schlaf nehmen – um gut durch Schweden zu kommen. Am Dienstag, so gegen Mittag, überquerten wir die Grenze zu Norwegen. Unsere Blicke richteten sich natürlich zum den Zollbeamten. Warum? Weiß ich nicht, denn die paar Bier mehr waren sicherlich nicht erwähnenswert. Aber wer lässt sich schon gern nackt machen. Um 15 Uhr erreichten wir unser Ziel. Tormod, unser Vermieter, begrüßte uns herzlich. Eine kurze Einweisung und trotz 30 Stunden Schlafentzug wollten wir das Angelgebiet testen. Also hieß es: Angelzeug im Boot verstauen und erst mal dem 50 PSèr die Sporen geben.  Nach kurzer Fahrt versuchten wir erst mal unser Glück. Zielfisch, wie immer, war unser heißgeliebter Seewolf, den wir in den letzten Jahren in der Region in beachtlicher Größe und Stückzahl fingen.


Die Ernüchterung kam aber schnell und hammerhart. Acht Stunden geangelt und ein Ergebnis, welches man hier oben nicht gewohnt war. Fazit: Ein Steini, ein Lumb und ein Babydorsch… und das ganze mit DREI Personen!!!  Da aber der Spaß am Angeln und die grandiose Natur dafür entschädigten, sahen wir die Sache auch eher gelassen.
Nach 38 Stunden Schlafentzug gab es noch ein kleinen Absacker und dann nichts wie ab in die Federn.


 

Tag 2 begann ähnlich wie der erste Tag endete. Da ich aber ein kleines Trüffelschwein bin, suchte ich den Fisch an allen Ecken und Enden. Und dann fand ich Ihn. Was jetzt folgte, habe ich bis dato nur in irgendwelchen Videos gesehen, wo ja   i m m e r  große Fische gefangen werden! Wir hielten in über 200 Meter tiefen Wasser. Die Mitternachtssonne schien mir ins Gesicht. Stille tat sich auf. Das Echolot baute sich neu auf, aber nicht so wie immer. Die Anzeige im Bereich zwischen 20 und 100 Meter war komplett rot. Mein erster Gedanke „wow, was für Unmengen an Fisch!“ Im gleichen Moment verdunkelte sich die Sonne und es fielen Tropfen vom Himmel. Ein Blick nach oben erklärte alles. Die Wolken waren hunderte von Möwen und die Tropfen war Schei….. Der Grund war ganz einfach: die Anzeige auf dem Echo waren Heringe und die wurden durch Dorsch und Co nach oben gedrückt. Das große Fressen begann und wir mitten drin. Ich griff meine 130 Gramm Ostseerute, ein Pilker von 120 gr. und runter ging’s. Nach ca. 30m blieb die Schnur auf dem glatten Raisafjord liegen. Ein kurzer Anhieb und der Affentanz begann! Die Rolle kreischte und die Schnur wurde unaufhaltsam in die Tiefe gezogen. Adrenalin lag in der Luft, was für ein Fisch muss das sein, der dort unten den Pilker liebte? Die gleichen Gedanken schossen aber meinen beiden Mitstreitern ebenso durch den Kopf, denn ihre Ruten bogen sich ebenfalls zum Halbkreis. Wir sahen uns an und schüttelten mit dem Kopf. Die Verwunderung war nicht wegen den drei krummen Ruten, nein, weil jeder einen Fisch am anderen Ende hatte, der Riesig sein musste!

Ich mach es kurz (Dorsch je  39 Pf, 33 Pf und 31Pf) war das Ergebnis beim ersten ablassen. Was danach folgte, kann ich nicht mehr in Worten fassen. Wir fischten noch dort 3 Stunden, mehr ging beim besten Willen nicht mehr. Die Arme schmerzten und so viel Fisch konnten und wollten wir

nicht verwerten. Zum Glück konnten fast alle nach dem Fotografieren wieder in Wasser entlassen werden!

Fazit der 2. Nacht: (6 Dorsche über 30 Pf, 8 Dorsche über 25 Pf, 15 Dorsche über 10 Pf, 5 Köhler – alle um die 20 Pf). Alles andere haben wir nicht mehr gezählt.

Und zum Schluss der Tour ein Bad im Mauresund bei 8 Grad Wassertemperatur

Ja, was soll ich euch noch erzählen, es ging so die nächsten 3 Tage weiter. Fast jeder Wurf ein Fisch (ohne Übertreibung!). Da wir 4 Boote hatten und alle dort angelten, könnt ihr euch vorstellen, was für gewaltige Mengen an Großfisch dort waren.

Um uns zu erholen, versuchten wir es jetzt auch öfters auf unseren geliebten Seewolf, doch die waren in diesem Jahr wohl nicht so hungrig. Trotzdem konnten wir etliche verhaften, darunter auch ein Wolf von 19 Pf.

Für uns alle war es ein unvergesslicher Urlaub und ich glaube auch, das man so etwas nicht ein zweites Mal erlebt.

Wir waren einfach zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Da bekommt sogar unser Micha ein Grinsen ins Gesicht.

 

Viele Grüße
euer

Videos:

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