Langnesets


         Langneset/ Slenesets 2012

 

Am 07.06.2012 war es endlich soweit. Unser nächster Norwegentrip begann. Wir wählten diesmal die Tour komplett durch Norwegen zu fahren. So starteten wir am Morgen Richtung Kiel. Von dort aus sollte es mit der Color Magic nach Oslo gehen. Die Überfahrt war mal wieder sein Geld wert.

Bei strahlenden Sonnenschein legte die Fähre  morgens um 10:00 Uhr am Hafen von Oslo an.

Bevor  es die nächsten 1200 km Richtung Norden ging, legten wir noch einen kurzen Stopp am Zoll ein. Auch hier konnten wir wieder beobachten wie der Zoll eine Deutsche Angeltruppe kontrollierte. Und wie ihr euch denken könnt, mit Erfolg.  Das war wohl eine trockene Woche für die Jungs und teuer obendrein.

Wir haben kurze Hand das „mehr“ an Bier verzollt und ab ging es Richtung Mo i Rana.

                                                               Hier das Tor nach Nordnorwegen

Ohne Zwischenfall und ganz entspannt, trafen wir  um 9:00 Uhr an der Fähre in Stokkvägen an. Von dort geht es nochmals  anderthalb Stunden bis Langneset.

Dort angekommen wurden wir auch schon von Stig ( unser Vermieter )  freundlich empfangen.

Wir bekamen eine Einweisung für Haus und Boot und schnell waren unsere Sachen auch schon verstaut.Bezogen haben wir ein hundertjähriges, liebevoll restauriertes Haus, ausgestattet mit allem was man so die Woche benötigt.

Die Anlage besitzt noch 4 weitere, neu gebaute Häuser, die für 6 Mann genügend Platz bieten. Weiterhin gab es ein Container, wo der Fisch verarbeitet wurde sowie ein Raum für eventuell nasse Sachen die dort getrocknet  werden können. Angrenzend an den Häusern Stand das Restaurant vom Vermieter, eine Sauna und ein beheizbarer Bade Pool. Also ihr seht, hier ist an alles gedacht um einen den Aufenthalt am Polarkreis so angenehm wie möglich zu machen.

Ein Blick auf die Seekarte zeigt schon dass eine Einweisung für das Boot dringend Notwendig war. Gerade die Fahrrouten Richtung offenem Meer sollte man sich gut merken und auch immer bei behalten. Viele nichtgekennzeichneten Untiefen, die nur bei Ebbe zu sehen sind, warten nur darauf um Kleinholz mit eurer Motorschraube zu machen.

Die ersten Ausfahrten hat man schon mit einem flauen Gefühl im Bauch gemacht.

Bevor  es um 20:45 Uhr das Deutschlandspiel zu sehen gab, ging es erst mal in den Schären um vielleicht das heutige Abendbrot zu sichern.

Da es den Abend sehr windig war und wir in den Schärten wenig Glück hatten, fiel das Abendbrot nicht so üppig aus wie erhofft. Außer ein paar Dorsche war an diesem Abend nichts zu holen, dass hat dann aber noch für eine leckere Fischsuppe gereicht.

Nach der kleinen Fußballfeier ging es dann aber erst mal in die Federn  denn Morgen sollte der erste längere Törn anstehen.

Der zweite Tag stand ganz im Sinne von suchen, suchen und nochmals suchen. Es gab Fische überall, doch die Größe lies ganz schön zu wünschen übrig. Es wurden alle Hotspots in der Nähe abgefischt, doch war der Fisch  hier nicht zu finden.

Wir beschlossen es an einem Unterwasserberg auf Pollak und siehe da, keine 5 min. später waren die ersten Ruten krumm. Die Pollaks hatte alle ein Durchschnittsgewicht von 3-4 Kilo. An leichten Geschirr, ein heiden Spaß.

Das zweite Boot versuchte ihr Glück im flachen sandigen Untergrund auf Heilbutt und Co. Irgendwann klingelt mein Handy. Ich dachte mir, wenn unser Wilfried anruft dann kann eigentlich nur der erste Heilbutt an Bord sein. Und so war es dann auch. Tilo hatte auf einen kleinen Seelachs seinen Butt gefangen. Mit 10 Kg und  einer Länge von einem Meter auch noch mäßig. So kann es weiter gehen, dachte ich mir.

So verging der erste Tag und der Anfang war gemacht. Am zweiten  Tag wehte der Wind noch ziemlich kräftig. Wohl oder übel mussten wir wieder in den Schären Angeln und mehr oder weniger die Kinderstube besuchen und hoffe das der ein oder andere größer Dorsch dabei ist. Um die mittleren Dorsche zu überlisten musste ich dann doch von Gummi auf Pilker umsteigen. Die Gummis waren doch ein wenig zu groß für die Jungs.

Auch unsere zweite Mannschaft  konnte keine größeren Erfolge verbuchen. Manchmal war es schon wie verhext.

Der dritte Tag zeigte sich von seiner besten Seite. Die Mitternachtssonne hüllte alles in einem leicht rotem Farbton und das Meer lag Spiegelglatt vor uns. Heute konnten wir also nördlich von Langnset Angel.   Da wir ja auch auf Rotbarsch aus waren, sollte das doch die perfekte Nacht der Nächte werden.

Zuerst wurden die Stellen abgeklopft, die uns unser Veranstalter vorgeschlagen hat. Es dauerte auch nicht lange, als die erste Zupfen in der Rute zu spüren waren.

Die Fische waren nicht einfach zu finden. Sie standen manchmal bis zu 50 m über den Grund. Nach und nach füllten sich aber die Kisten und so konnten wir wieder eine Fischart überlisten, die wir zuvor noch nie intensiv beangelt hatten.

Nach so einem Rotbarschtag merkt man doch schon, dass es ganz schön in die Knochen geht. Unsere zweite Crew war uns da schon deutlich im Vorteil. Die gnädigen Herren hatten sich schon vor längerer Zeit, Elektrorollen zugelegt. Bei jedem Hochkurbel bekamen die drei ein breites Grinsen im Gesicht. (fotografiere ich beim nächsten Mal)

Kapitän WilfriedDa uns diese Angelei aber so viel Spaß machte, beschlossen wir das noch mindestens ein oder zwei Mal zu wiederholen.

Am nächsten Tag, besser gesagt die nächste Nacht waren die Wind Verhältnisse Perfekt. Wir steuerten  wieder die bekannten stellen an, um den Rotbarschen nach zu stellen.

Da in dieser Nacht die Jungs dort unter keinen richtigen Appetit hatten, versuchten wir es über 200m tiefen Wasser auf Köhler. Speed pilken war angesagt.  Es dauerte auch nicht lange, da kreischten schon die ersten Rollen. Die Köhler hatte alle so ein Gewicht um die 8 Kg, also keine großen aber der Spaßfaktor war riesig.

Außer Rotbarsch und Köhler  gab es noch reichlich Lumb und Leng.

Die Lumb`s  waren schon ganz schön verwurmt. Die größten waren aber im Durchschnitt schon sehr respektabel. Fische von 4-7 Kg waren nicht selten.

Auch das zweite Boot füllte die Kiste mit leckeren Rotbarschen, Köhler und Co.

So blieb es auch in den nächsten Tagen. In den Schären kleine bis mittlere Dorschen, zwischen durch gute Pollacks und auch Leng wurde ziemlich flach gefangen. Lies es der Wind zu, dann könnte man aufs offene Meer  fahren um Köhler, Rotbarsch, Lumb und Leng zu fangen.

Am vorletzten Tag gab es noch mal in der Nacht auf dem Boot Heilbuttarlarm  (dachten wir). Nach einem  heftigen Biss in 100m tiefe, schoss kurzzeitig bei Stefan die Schnur von der Spule. Danach stand der Fisch am Grund, ohne sich auch einen Meter zu bewegen. Der erste Gedanke „Hänger“ oder großer Butt der sich zum Ausruhen mal kurz hingelegt hat. Wir beschlossen den Fisch  oder Hänger entgegen zu fahren. Als das Boot dann genau über dem Fisch stand und ordentlich Druck auf die Rute gegeben wurde, löste sich der „Hänger“. Nee, sagte Stefan das ist kein Hänger und auch kein Butt, dat geht nur sau schwer. Nach etlichen Minuten kam er dann an der Oberfläche, ein Monster von Lump. Mit diesem Fisch hatte Stefan seinen schon mal erkämpften Titel „ Lumbenkönig“ erfolgreich verteidigt. Die Waage blieb bei 12 Kg stehen. Glückwunsch.

Leider vergeht die Woche immer viel zu schnell. Am letzten Tag mussten wir noch mal wegen Wind in die Schären angeln. Dort wurde auch noch mal von beiden Booten alles versucht  noch einen Butt zu überlisten, leider aber ohne Erfolg.

Trotz allem hatten wir eine tolle Woche hier in Langnesets. Unser Fischlimit war erreicht. Wie heißt es so schön: Nach dem Angeln ist vor dem Angeln.

Die nächste Reise ist schon geplant und die Vorfreude ist heute schon wieder riesig.

Den letzten Tag wurde noch zum Abschied von diesem einzigartigen fleckchen Erde  Abschied genommen und zünftig gegrillt und gefeiert.

Die Heimfahrt führte und durch Schweden, entlang der E 45.

Ein kleiner Hinweis noch für Leute die auch die Strecke fahren wollen.

Da es mit gutem  Essen unterwegs sehr schwierig ist (Tankstellenessen) und man  in Trelleborg morgens um 6 Uhr  ankommt, der kann so zur Mittagszeit in Göteborg sehr preiswert, fast billig essen.

An der Autobahn in Göteborg gibt es ein Ikea. Genauso wie in Deutschland, haben  die dort ein eigenes Restaurant. Billiger geht’s wirklich nicht. Probiert es aus.

Euer team-nordkap   

Hier noch ein paar Impressionen:

unser Hausberg auf Louvund                   Ausfahrt  Nord( am Horizont  Indre Kvaroy)        

letzte Ausfahrt                                                                        Mitternachtsonne am Polarkreis

Lumb von 24 Pfund an der Waage                        Hausberg mit Haube

unser Nichtraucher Heiko

Soni kann es einfach nicht lassen. Hier werden die kleinen Köhler und Dorsche noch Nachts geärgert.

davon gab es reichlich. Alle Rotbarsche so um die 1- 2 Kilo

Kapitän Wilfried und sein Navigator Tilo

ein Blick aus unserer Grillhütte

die Muppet Show

krumme Ruten waren nicht immer selbstverständlich. Soni beim Speedpilken auf Köhler

der Filetierraum

the End

2 Antworten auf „Langnesets“

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